Laufen an Straßen: Gesund oder sogar schädlich?

Es ist mittlerweile ein gewohntes Bild: Läufer ziehen neben viel befahrenen Straßen ihre Kreise, sei es um den Kopf frei zu bekommen oder in dem Glauben etwas für ihre Gesundheit zu tun. Doch tun sie sich damit wirklich etwas Gutes oder schaden sie sich dabei in Wahrheit nur. Diese Frage beschäftigte britische Wissenschaftler. Sie stellten sich die Frage, welche Auswirkungen Bewegung an viel befahrenen Straßen auf unsere Gesundheit hat [1]. Dazu unterteilten sie die Teilnehmer ihrer Studie in zwei Gruppen. Die eine ging regelmäßig an einer viel befahrenen Straße, die andere Gruppe in einem Park. Die Teilnehmer wurden zwischen Oktober 2012 und Juni 2014 beobachtet und regelmäßig untersucht.

Ergebnisse

Bei der Gruppe, die sich neben der Straße bewegten, stellten die Wissenschaftler eine deutliche Belastung durch Feinstaub und Stickoxide fest. Diese können zu Atemwegsinfektionen führen [2,3]. Die Studienteilnehmer klagten auch dementsprechend über vermehrtes Husten und verschleimte Lungen. Eine Verbesserung der Lungenfunktion, die durch regelmäßige Bewegung gegeben sein sollte, konnte nicht festgestellt werden. Anders bei der Gruppe, die sich im Park bewegt hat. Hier konnten die Forscher eine deutliche Verbesserung der Lungenfunktion feststellen.

Schlussfolgerung

Normal würde ich sagen, Bewegung im Freien ist immer gut. Wie diese Studie nun zeigt, kann man das nicht pauschalisieren. Sport an viel befahrenen Straßen ist sogar eher gesundheitsschädlich. Also, ja geht raus und bewegt euch aber meidet Straßen. Geht lieber in Parks oder noch besser, nach Möglichkeit in den Wald. Hier könnt ihr sogar euren Blutdruck und Cortisolspiegel senken [4].

Quellen:

[1] Sinharay, R. et al. (2017). Respiratory and cardiovascular responses to walking down a traffic-polluted road compared with walking in a traffic-free area in participants aged 60 years and older with chronic lung or heart disease and age-matched healthy controls: a randomised, crossover study. The Lancet.

[2] Chen, T. M. et al. (2007). Outdoor air pollution: nitrogen dioxide, sulfur dioxide, and carbon monoxide health effects. The American journal of the medical sciences, 333(4), 249-256.

[3] Oberdörster, G. (2000). Pulmonary effects of inhaled ultrafine particles. International archives of occupational and environmental health, 74(1), 1-8.

[4] Park, B. J. et al. (2010). The physiological effects of Shinrin-yoku (taking in the forest atmosphere or forest bathing): evidence from field experiments in 24 forests across Japan. Environmental health and preventive medicine, 15(1), 18.

Ein Kommentar

  1. Außerdem dürfte das Laufen auf Asphalt zudem für die Gelenke eher schädlich sein, da die harten Stöße nur durch entsprechend gutes Schuhwerk, und auch nur zum Teil, abgefedert werden.
    Ich kann mich außerdem erinnern, schon mal irgendwo gehört zu haben, dass man beim Laufen im Wald übermäßig viele Schimmelsporen einatmet. Bin mir jedoch nicht sicher, ob das nun auch stimmt.

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